Marc-Uwe Kling: QualityLand

„Eine verblüffende Zukunftssatire über die Verheißungen und die Fallstricke der Digitalisierung“.
Das Buch gibt es in zwei Versionen: heller oder dunkler Einband, also personalisiert für Optimisten bzw. Pessimisten.

Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Alles läuft rund – Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller?

Ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen. Komisch, hintergründig und visionär, aber auch teilweise beklemmend. Wie weit sind wir von dieser Zukunft entfernt? Aktuelle Ereignisse erscheinen in einem neuen Licht.

Seite 86:
Einführung des 5-Stunden-Arbeitstags gefeiert

Der Regierungssprecher hat die Einführung des gesetzlich vorgeschriebenen 5-Stunden-Arbeitstages als große zivilisatorische Leistung gewürdigt. Auch die Arbeitgeberverbände zeigten sich mit dem erreichten Kompromiss zufrieden. Kritik kam hingegen ausgerechnet vom Präsidentschaftskandidaten der Fortschrittspartei (Anm.: einem Androiden). Der bemängelte, man könne nicht wirklich von einer Verbesserung für die Arbeitnehmer sprechen, da zeitgleich die Anzahl der Stunden pro Tag von 24 auf 10 reduziert worden sei. Der Regierungssprecher erklärt auf Nachfrage: „Das sind mathematische Spitzfindigkeiten. Mir ist das zu hoch.“

Seite 217:
CPUs – Crime Prevention Units

In den Shopping Centers werden CPUs, also Polizeiroboter eingesetzt, die ausrechnen, wer in Zukunft wahrscheinlich ein Verbrechen begehen wird, und ihn dann präventiv verhaften. Die Leute fühlten sich aber beim Einkaufen nicht mehr wohl…

Seite 92:
Eine Meinungsmacherin, die mit Kommentieren ihr Geld verdient, plaudert aus dem Nähkästchen: „Am liebsten kommentiere ich aber für Kampagnen rechtsradikaler Auftraggeber. Ich werde pro Kommentar bezahlt, und rechtsradikale Kommentare schreiben sich schneller, weil man nicht auf so nervigen Kram wie Orthographie, Grammatik, Fakten oder Logik Rücksicht nehmen muss. Auch die Programmierung meiner Bot-Armee wird dadurch leichter.“

Homepage von QualityLand

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s